Distanzunterricht

Konzept für den Distanzunterricht
der Montessorischule Soden

Die Grundlage unseres Montessori-Konzepts für das Homeschooling bildet das Rahmenkonzept für den Distanzunterricht in aktualisierter Fassung vom 06.01.2021des bayerischen Kultusministeriums.

Die Grundgedanken des bayerischen Rahmenkonzepts sind:

1. Verpflichtender Charakter des Distanzunterrichts

Der verpflichtende Charakter des Distanzunterrichts ist seit der allgemeinen Aufnahme des Unterrichtsbetriebs im Schuljahr 2020/2021 in der Bayerischen Schulordnung verankert. Die im Präsenzunterricht bestehenden Rechte und Pflichten für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrkräfte gelten dadurch im Wesentlichen auch im Distanzunterricht. Das bedeutet, dass der Vormittag „Arbeitszeit“ ist. Die Teilnahme an Videokonferenzen und das Arbeiten „online“ ist für SchülerInnen zwar nicht verpflichtend, allerdings müssen die SchülerInnen nachweisen, dass sie in der vorgesehenen Lernzeit auch tatsächlich lernen. Geforderte Leistungsnachweise müssen erbracht und online vermittelte Lerninhalte anderweitig erarbeitet werden.

2. Methodenvielfalt und passgenaue Werkzeuge

Die Erfahrungen der Schulen in den vergangenen Wochen und Monaten zeigen, dass die Gestaltung von Distanzlernformaten sowie die Kontaktpflege zwischen SchülerInnen und Lehrkräften am besten gelingt, wenn für die jeweiligen Unterrichtssettings bzw. Kommunikationsanlässe ein passgenaues, gleichzeitig aber auch überschaubares Portfolio an Werkzeugen eingesetzt wird. Dies ermöglicht Methodenvielfalt in der Unterrichtsgestaltung, kontinuierliches Feedback und pädagogische Betreuung für die SchülerInnen sowie möglichst große Eigenständigkeit beim Lernen.

3. Wahl des passenden Werkzeugs

Den Schulen wird empfohlen Werkzeuge wie Videokonferenztools, E-Mails, elektronische Informationssysteme und digitale Pinnwände zu nutzen. Mebis ist dabei nur eines von vielen Werkzeugen, das genutzt werden kann.

4. Regelmäßiger Kontakt

Im Distanzunterricht kommt der Kommunikation innerhalb der Schulgemeinschaft eine sehr hohe Bedeutung zu. Der persönliche Kontakt zu den Lehrkräften ist für die Schülerinnen und Schüler besonders wichtig. Geeignete Werkzeuge dafür sind Videokonferenzen, E-Mails, Telefon und der Postweg.

Auf dieser Basis hat das Team der Montessorischule Soden ein Konzept für das Homeschooling erarbeitet. Unserem Konzept liegen folgende Kerngedanken zugrunde:

Die Schülerinnen und Schüler…

  • … sitzen nicht zu oft und nicht zu lange am Stück mit Frontalunterricht“ vor dem Bildschirm (je nach Jahrgangsstufe 20 bis max. 45 Minuten am Stück, sie werden möglichst bald an die eigenständige Arbeit geschickt).
  • … haben möglichst lange Freiarbeitsphasen am Stück, die Freiarbeit und die selbsttätige Arbeit muss die zentrale Lernform bleiben.
  • … finden eine gut vorbereitete Umgebung vor, in der sie vielfältige Angebote finden.
  • … werden rechtzeitig mit Informationen versorgt, welche Arbeiten verpflichtend sind, welche Abgabetermine es gibt, welche Arbeiten zusätzlich erledigt werden können.
  • … bekommen von ihren KlassenlehrerInnen einen für die Woche verbindlichen Stundenplan mit allen Videokonferenz-Terminen und -Links
  • … fühlen sich gut betreut und ihre Arbeit wird wertgeschätzt. Dies beinhaltet, dass die PädagogInnen erreichbar und präsent sind.
  • … nutzen konsequent die Möglichkeiten zur Selbstkontrolle und -korrektur.
  • … arbeiten (mindestens;-) im selben Umfang, wie sie es in der Schule täten.
  • … müssen nicht übermäßig viel zuhause ausdrucken.

Wir bemühen uns die Vorgehensweise maximal transparent für Schüler, Eltern und Kollegen zu gestalten.

Organisatorische Eckpunkte

1. Strukturierung

Um den Kindern und den Eltern Planungssicherheit zu geben und eine gewisse Routine zu etablieren, erstellen die KlassenleiterInnen individuell für ihre Klasse einen Stundenplan. In diesem werden die Zeiten, die Themen und die Webex- Räume der Videokonferenzen ersichtlich. Die Endzeiten sind dabei nicht fix es ist durchaus möglich, dass ein Treffen schneller zu Ende ist oder länger dauert. Dieser Stundenplan gilt für die gesamte Homeschooling-Zeit. Der Stundenplan wird an die Eltern gemailt. Des Weiteren haben die PädagogInnen auch die Möglichkeit einen Stundenplan mit dem Tool „Padlet“ zu erstellen. In diesem Fall wird ein Link versendet.

2. Videokonferenzen

Jeden Tag wird es Webex-Konferenzen zu verschiedenen Themen geben. Diese entsprechen den gebundenen Phasen in unserem Unterrichtsalltag, in denen mit den Kindern neue Inhalte erarbeitet, Dinge erklärt, Probleme gelöst und Arbeitsaufträge besprochen werden. Diese Videokonferenzen sind verpflichtend. Sollte ein Kind nicht teilnehmen können, muss es bei der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer entschuldigt werden. Außerdem müssen verpasste Inhalte nachgearbeitet werden.

Videokonferenzen sollten nicht zu lange dauern, da nach 20 bis 30 Minuten die Konzentration der Kinder meist erschöpft ist.

Wichtig bei einer Videokonferenz ist ein ruhiger, ordentlicher Arbeitsplatz an einem Tisch.

3. Freiarbeit

Der Kern der täglichen Arbeit zuhause ist weiterhin die Freiarbeit. Die Klassenteams besprechen mit den Kindern, welche Möglichkeiten des Tätigseins diese haben (z.B. Arbeit an Heften und Arbeitsblättern, Lernspiele, Online-Angebote, Projekte, …). Wichtig ist, dass sich die Kinder jeden Vormittag bewusst für zwei oder drei Tätigkeiten entscheiden und diese auch ausführen. Hierbei können die Eltern gerne unterstützen und Strukturierungshilfen geben, wenn sie feststellen, dass das Kind sich nicht entscheiden kann oder die Arbeiten nicht zu Ende bringt. Nichts zu arbeiten ist keine zulässige Wahl! Sollte sich ein Kind immer wieder für das Nichtstun entscheiden, muss das Klassenteam geeignete pädagogische Maßnahmen finden, um das Kind für die Arbeit zu motivieren.

4. Fachunterricht

Es werden alle Fächer abgedeckt, es wird also auch Angebote in Englisch, Musik, Kunst, Sport und WG (Sekundarstufe zusätzlich: Spanisch, Natur und Technik, Technik/Wirtschaft/Soziales) geben. Um zu verhindern, dass die Kinder überfrachtet“ werden und die schulischen Aufgaben für die Kinder zu umfangreich werden, sollten diese Angebote nicht den gleichen Zeitumfang einnehmen, wie sie es in der Präsenzzeit tun.

5. Kontakt

Bei Fragen, Anmerkungen, Problemen, zur Abgabe von Arbeitsergebnissen oder einfach um Kontakt zu halten, können SchülerInnen und Eltern den PädagogInnen mailen und bearbeitete Materialien an die Schul-Adresse schicken. Welche anderen Kommunikationswege möglich sind, wird in den einzelnen Klassen bekannt gegeben und hängt vom persönlichen Empfinden der jeweiligen Person ab.

6. Methodenvielfalt

Die PädagogInnen bemühen sich, eine möglichst große Methodenvielfalt zu nutzen, um viele interessante und anregende Lernangebote zu machen. Mögliche Medien dafür sind z.B. Webex, Mebis, Padlet, Lernapps, youtube, Filme, Arbeitsblätter,

Spiele, Bücher, praktische Aufgaben, E-Mails, Chats,… Das Interesse, das individuelle Tempo, die Konzentrationsfähigkeit und die Motivation eines jeden Kindes bestimmt, welches Medium das Kind wählt und in welcher Intensität und Dauer es damit arbeitet. Die Wahl des Kindes wird in jedem Fall gewürdigt und respektiert!

7. Krankheit/Verhinderung

Bei Krankheit oder anderweitiger Verhinderung muss eine Information per E-Mail an die Klassenlehrkraft erfolgen.

Anmerkungen zur Sekundarstufe:

  • Die PädagogInnen sind in der Regel im Anschluss an die WebEx-Konferenzen noch während der weiteren im Stundenplan ausgewiesenen Arbeitszeit in ihrem WebEx-Raum anwesend und die Schülerinnen und Schüler können in den Raum eintreten, wenn sie Hilfe benötigen. Die PädagogInnen können in dieser Zeit aber auch auf den anderen, vorab mitgeteilten Wegen kontaktiert werden.
  • Da es in der Sekundarstufe mit dem Heranrücken der Abschlussprüfungen zunehmend nicht nur auf die richtige Lösung, sondern auch auf die korrekte und nachvollziehbare Darstellung ankommt, wird besonderer Wert auf die vollständige – der Regel digitale – Einreichung aller bearbeiteten Aufgaben bei den zuständigen PädagogInnen gelegt. Auf welchem Wege diese erfolgen soll, vereinbaren diese in den betreffenden Jahrgangsstufen jeweils gesondert.
  • Ebenfalls aufgrund der in diesem oder in den nächsten Schuljahren anstehenden Abschlussprüfungen und zunehmender Fähigkeit zur eigenverantwortlichen Arbeit und Konzentration kommt der zeitliche Umfang des Distanzunterrichts dem Präsenzunterricht in den höheren Jahrgangsstufen näher als in den niedrigeren.