Hurra! Rechner für engpassloses Homeschooling

Die Corona-Pandemie ist längst nicht mehr nur eine gesundheitliche Krise. Die Menschen sind aufgefordert, an ganz neuen Herausforderungen zu wachsen. Dazu gehören logistische Aspekte, finanzielle Dinge, psychologische Hürden und vieles mehr.

Umso wichtiger sind die vielen Helfer, die auf so unterschiedliche Weise wissen, wo es anzupacken gilt. Zwei davon hatten bereits während der ersten Corona–Welle gewusst, wie der IT-Engpass in manchen Familien gelöst werden kann. Der Rotary Club Miltenberg und der Lions-Club Miltenberg hatte sich rasch miteinander verständigt und bei den Mitgliedern, deren Familien und Bekannten Computer erbeten, die nicht mehr gebraucht wurden. Die Geräte wurden funktionsfähig an diverse Schulen übergeben. Eine nachhaltige Lösung, ganz im Motto der Clubs „Service above self“ (Rotary Club) und „we serve“ (Lions Club). Eine ressourcenschonende Möglichkeit, Schulen zu unterstützen und das Schul-Budget unangetastet zu lassen.

Diese gelungene Aktion kam nun auch Familien an unserer Schule zu Gute. Die Geräte wurden von Herrn Andreas Wosnik und Herrn Guido Berberich, unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln, an Herrn Rolf Heesch übergeben. Unser Förderverein hat die Geräte mit Open Office sowie einer für den Fernunterricht wichtigen Kamera und einem Headset ausgerüstet.

Die Geräte sind zwischenzeitlich im Einsatz und sorgen bei den Familien für Entspannung auf EDV-Ebene.

Unser herzliches Dankeschön richtet sich an den Rotary Club Miltenberg und den Lions Club Miltenberg.

Die „Große Arbeit“

Es herrschte enorme Aufregung unter den zehn Jugendlichen. Sie haben sich ein Jahr lang vorbereitet und sich einer der aufregendsten Herausforderungen der 8. Jahrgangsstufe gestellt. Nun, am 22. und 23.10.2020, hatte die Spannung den Höhepunkt erreicht: Die Schülerinnen und Schüler der Montessorischule Aschaffenburg stellen ihre „Große Arbeit“ dem Publikum vor. Die Präsentation konnte in diesem Jahr nicht ganz so viele Augen erfreuen. Aber ein gut durchdachtes Hygienekonzept ermöglichte es wenigstens den wichtigsten Personen im Umkreis der Schülerinnen und Schüler deren Ausführungen zu folgen.

Maria Montessori hatte stets auf die Kraft des Kindes vertraut. Auf den Willen „groß“ zu werden und dies mit eigenem, innerem Antrieb zu schaffen. Die Pädagogen haben die Aufgabe das Kind zu beobachten, zu begleiten und zu unterstützen um mit eigenem Engagement der Schülerinnen und Schüler in die Welt der Erwachsenen hineinzuwachsen, um selbstbewusste, gestärkte, leistungsfähige und empathische Erwachsene zu werden. So ist auch die hintergründige Idee der „Großen Arbeit“. Sie stellt eine Gelegenheit für alle Schüler dar, zu zeigen, dass hier nicht mehr „nur“ ein Kind tätig ist.

Die „Große Arbeit“ besteht aus einem praktischen Teil und der dazugehörigen theoretischen Auseinandersetzung. Ein genauer, durch Kern-Zieldaten eingerahmter und von den Schülern selbst erstellter Zeitplan geleitet die Jugendlichen durch ihr Projekt. Die Themenfindung ist wohl der kniffligste aller Punkte. Dies kann sich um ein greifbares, brauchbares, anschaubares oder erlebbares Ergebnis handeln. Im theoretischen Teil sollten nebst Material- und Werkzeugkunde auch Informationen über berufliche Möglichkeiten in diesem Bereich eruiert werden. Auch der Kostenpunkt und die Kalkulation wird nicht außer Acht gelassen.

In diesem Jahr präsentierten die Schülerinnen und Schüler, auf zwei Abendveranstaltungen verteilt, folgende Themen:

Der erste Abend hatte für die Ohren und Augen der Besucher so einiges zu bieten. Eine Schülerin hatte nach einem Thema aus der Mitte ihres Alltags gegriffen und mit einem modernen Format verbunden. Sie produzierte einen Podcast über Maria Montessori.

Eine weitere Schülerin nahm ihre Zuschauer mit ins Wunderland. Sie hatte, mit Unterstützung ihrer Mentorin 3 Bühnenbilder zum Kinderbuchklassiker „Alice im Wunderland“ hergestellt.

Klangvoll wurde es bei der musikalischen Schülerin, die sich dem Songwriting und der Aufnahme ihrer Songs gewidmet hatte. Herr Stengel, der Musiklehrer der Montessorischule, durfte hier, wie auch schon beim erwähnten Podcast, als Mentor wirken.

Als richtige Tierliebhaberin entpuppte sich die Schülerin, die sich dafür entschieden hatte, eine Hundehütte für ihren Hund „Sammy“ zu bauen. Sie berichtete über die Geschichte der ersten Hundehütte und demonstrierte ihr robustes Haus im Anschluss.

Richtig technisch wurde es bei einer Schülerin, die einen antiken Nähmaschinentisch umbaute und daraus einen Microcontroller gesteuerten LED-Leuchttisch erstellte. Wie eine Lichtorgel lässt dieser sich aktivieren und deaktivieren. Die bunten Lichter, die mit einem Lautsprecher verknüpft sind, werden mit Sicherheit noch so manchen Jugendraum in Stimmung bringen.

Ein Schüler durfte den zweiten Vorstellungstag mit seinem Projekt „Dekoschilder mit Sprüchen“ eröffnen. Von seinem Mentor, einem Schreiner, durfte er viel lernen und präsentierte eine bunte Vielfalt an Schildern, die das eigene Heim dekorativ schmücken.

Flink wie ihr Langbogen selbst, stellte eine weitere Schülerin ihren historischen Bogen vor, den sie aus einem selbst gefällten Haselnussbaum angefertigt hatte. An ihrem Stand konnte man dann auch noch die professionelle Anfertigung der Pfeile bestaunen.

Glamourös wurde es bei der Schülerin mit der flinken Nadel. Ein Abendkleid, wie es sich nur Aschenbrödel selbst hätte erträumen können, wurde von ihr vorgestellt. Bis ins Detail, also den passenden Schuhen und stilvollen Handschuhen wurden die Zuschauer verzaubert.

Ein weiterer Schüler wusste genau wie man sportlichen Ehrgeiz und die Lust auf Süßes verbinden konnte. Er baute eine Schokokuss-Wurfmaschine. Die Kunst mit einem Ball den Auslöser der Wurfmaschine zu treffen und dann den Schokokuss zu fangen traf auf große Begeisterung und Experimentierfreude bei den Besuchern. Besonders toll ist auch das „kleine“ Detail, dass die bereitgestellte Spardose (pro Wurf eine Spende) für die Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg e.V. gedacht ist.

Spacig wurde es bei dem Schüler, der den Abschluss des zweiten Vortragstages machte. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht drei Star Wars Hörbücher zu erstellen. Ausführlich berichtete er über die Erstellung und Bearbeitung seiner Hörbücher, die man im Übrigen über eine Mail-Anfrage bei Moritz als Hör-Kostprobe zugeschickt bekommt.

Die Schüler und Schülerinnen hatten durchweg bestätigt, dass sie mit dem Projekt der Großen Arbeit sehr gewachsen sind und es ihnen zwar Mühe und Fleiß abverlangte, aber auch sehr viel davon profitiert haben: Sie haben neue Fähigkeiten an sich entdeckt und gefestigt. Auch toll empfanden sie die Zusammenarbeit mit den Mentoren. Vielleicht entdeckte die eine oder der andere sogar den späteren Berufswunsch.

Mit einem Augenzwinkern gestanden die Schülerinnen und Schüler ein, dass lediglich die zahlreichen Tagesberichte und die Dokumentation der Arbeiten und die minutiöse Nachbereitung eher ermüdend und nicht so spannend waren.

Vielen Dank ihr Lieben! Ihr habt uns mit Euren Ideen verwöhnt und wart in diesem Jahr besonders viel Nervenkitzel ausgesetzt! Toll, wie ihr alles gemeistert habt!!!